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Au(g)enblicke Band 3 - Vorwort



Die Jubiläen, 1000 Jahre Weinbau in Röglitz, 1000 Jahre Raßnitz, mahnen uns, den 3. Band unserer Reihe „Au(g)enblicke“, Streifzüge durch die Elster-Luppe- und Saale-Elster-Aue“ herauszubringen. Unsere Autoren wurden aktiviert, Baustein für Baustein zu einer Geschichte der Aue zusammenzutragen, um Wesentliches und Bemerkenswertes vor dem Vergessen zu bewahren. In lockerer Folge berichten wir über Themen aus Vergangenheit und Gegenwart, die uns in den letzten Jahren aufgefallen sind und für die wir geeignete Autoren gewinnen konnten. Gut drei Jahre wurde erkundet und vorbereitet, nun können 44 Beiträge veröffentlicht werden. Um dem Leser die Orientierung zu erleichtern, haben wir die Themen in vier Komplexe gegliedert:

              Geschichte

              Wirtschaft

              Kultur und

              Natur,

 

wohl wissend, wie verwoben die Themen miteinander sind.

 

Komplex 1

beginnt mit dem Weinbau in Röglitz. Ein fast vergessener Beitrag von Otto Abitzsch aus dem „Schkeuditzer Tageblatt“ vom 3. Oktober 1931, zufällig entdeckt, war Anlass zu umfangreicher Recherche und wird nun erstmals abgedruckt. Er dokumentiert anschaulich die Geschichte des Weinbaus der Merseburger Bischöfe. Hans Neubert hat zum Text recherchiert, Markus Cottin und Thorsten Fielon haben die 1000 Jahre Weinbau in der Region umfassend erläutert und gewürdigt. Eine schöne Wiederentdeckung, die wir einem aufmerksamen Heimatfreund aus Röglitz, Lothar Drescher, verdanken. Christian Forberg berichtet von den Merkwürdigkeiten des 1000-jährigen Ortes Raßnitz, dessen bewegte Geschichte er vergnüglich aufarbeitet. Mit Hilfe der Ortsnamenforschung gelingt es Ingolf Brömme den „Osmünde-Code“  zu entschlüsseln und die ebenfalls 1000-jährige Geschichte des Ortes zu bestätigen. Mit einer Gerichtsakte von 1759 gibt Hans Neubert Einblick in das Fischereirecht an der Elster und berichtet anhand eines Falles vom erfolgreichen Streit der Bevölkerung des Ortes Wehlitz gegen ihren Rittergutsbesitzer. Persönliche Erinnerungen veranlassen Wolfgang Heinichen über das Dorf am Rande der Aue – Altranstädt nachzudenken und den Leser in dessen Geschichte mit europäischer Dimension einzuführen. Ein Stück fast vergessener Industriegeschichte stellt Hans Eilenberger mit dem Ort Tollwitz vor, in dem der Apotheker, Chemiker und Physiker Johann Bartholomäus Trommsdorf als Erfinder und Unternehmer tätig war. Jüngste Industriegeschichte beschreibt Heinz Rehmann mit seinem Beitrag über Schkopau und das Buna-Werk. Detailliert wird von einem Zeitzeugen die Werkgeschichte dargestellt, auch eine verdienstvolle Erstveröffentlichung. Mit einer Einführung zum Thema Arbeitserziehungslager Zöschen macht Edda Schaaf auf ein dunkles Kapitel in der Regionalgeschichte aufmerksam. Ebenso dokumentiert Michael Viebig die Willkür der SS-Justiz an konkreten Fällen in der Region, z. B. den Fall Otto Kreutzmann, dem in Döllnitz ein Gedenkstein gewidmet wurde.

 

Komplex 2

 

Mit der Historie des Elsterfloßgrabens im 16. Jahrhundert macht Dr. Thomas Nabert dessen wirtschaftliche Bedeutung für die Stadtentwicklung von Halle und Leipzig bewusst. Dr. Frank Thiel ergänzt das Thema, indem er das gigantische EU-Projekt der Rekultivierung des Elsterfloßgrabens vorstellt. Dirk Becker macht auf den Saale-Elster-Kanal als unvollendetes Projekt aufmerksam, dessen Umsetzung eine Leuchtturmfunktion für die Region haben könnte. Anhand einer fotografischen Reise auf dem Kanal – von der Saale bis in die Innenstadt von Leipzig – verdeutlichen Ilja Bakkal, Günter und Stephan Merkel die Attraktivität dieser Wasserstraße. Michael Felgner berichtet über den Bau der längsten Talbrücke Deutschlands, den Bau der Saale-Elster-Brücke. Die Leuna-Bahn stellt Klaus Bossig vor, die kaum bekannte Geschichte des Schaltwerkes Döllnitz Heinz Rehmann und Eduard Hergeth. Die Wasserkraftanlage Planena wird dokumentiert von Martin und Andreas Kehl sowie Prof. Dr. Hans-Joachim Deutscher. Einen köstlichen Nachruf auf die Geschichte des Osmünder Rübenschnapses verfasste Peter Dörheit.

 

Komplex 3

 

beginnt mit der Darstellung der Restaurierung der Seidentapeten im Herrenhaus Ermlitz von Prof. Dr. Ursula Heller und Stefanie Hilden. Dr. Peter Ramm und Ilja Bakkal stellen mit den Agners eine bedeutende Bildhauer-Familie des Barock/Rokoko und deren Werk in der Region vor. Auf der Spurensuche nach den Wurzeln der Herkunft von Georg Friedrich Händels Mutter, Dorothea Taust, begibt sich der Händelforscher Bernd Hofestädt. Fritz Kümmel und Stefan Kiehne machen bekannt mit dem „National-Arboretum“, das Dr. Georg Dieck 1874 in Zöschen anlegte, und das leider in Vergessenheit geriet. Einen sehr persönlichen Bericht über das Leben und die Leistung des verdienstvollen Wissenschaftlers und Kunstfreundes Hermann Gocht verfasste Dr. Peter Tautz. Ein anregendes Porträt von Kleinliebenau entwirft Heike Sichting. Über Münzfunde aus Wesenitz, die im Landesmünzkabinett der Moritzburg verwahrt werden, berichtet Wolfgang Pechstedt. Mit wenigen Worten umreißt Rolf Walker das Wirken von Alfred Wessner-Collenbey, eines Malers und Grafikers, dessen Arbeiten in der Region verwurzelt sind. Kurt Biging weitet die Sicht auf Wessner-Collenbey aus und zeigt den geschäftstüchtigen Künstler auch als Gestalter von Notgeld in der Zeit des 1. Weltkrieges. Marion Ranneberg stellt mit Paul Juckoff einen über die Grenzen Mitteldeutschlands hinaus bekannten Bildhauer, Kunsthistoriker und Architekten vor und dessen Wirken für die Gartenstadt Schkopau. Ulf Dräger würdigt die Aktivitäten von Lutz Klemme, des einstigen Unternehmers aus Lochau, der den renommierten Bildhauer Bernd Göbel für die Edition einer Friedensmedaille gewinnen konnte, mit einer noch immer aktuellen weltoffenen Denkanregung. Eine verdienstvolle Edition, die in der  Region unbekannt ist. Prof. Dr. Hans-Joachim Kertscher schreibt über das Chinesische Teehaus im Dieskauer Park und berichtet von den Mühen, es auf eine zweckmäßige Weise zu rekonstruieren. Mit Jörg Bochow ergänzt ein Metallgestalter seine Sicht zur Rekonstruktion des Teehauses. Und schließlich berichtet der Gewandhausorganist Michael Schönheit über die Restaurierung der Burgliebenauer Barockorgel.

 

Komplex 4

 

Hier erklärt der Geologe Konrad Schuberth detailliert die geologische Situation der Region und ihren Bergbau. Wie die Urzeitkrebse in der Liebenau überlebt haben, beschreiben die Zoologen Dr. Wolfgang Große und Dr. Volker Neumann. Beide Autoren stellen in einem zweiten Beitrag die artenreichste und evolutionär erfolgreichste Tierart, die Käfer, vor sowie einige auetypische und gefährdete Arten. Sie öffnen damit dem Leser die Augen für ein wenig bekanntes Feld. Joachim Händel und Ronald Schiller schreiben über die beliebtesten Insekten, die Schmetterlinge in der Aue. Eine einzigartige Fotodokumentation zu den Vögeln in der Aue zeigt Jürgen Heinrich. Über Reiher und Störche der Aue berichtet Arnulf Ryssel, über Greifvögel Helmut Tauchnitz. Auf heimische Heilpflanzen macht Dr. Eberhard Große aufmerksam. Zudem berichtet er auch über deren gesundheitlichen Nutzen. Abschließend ermuntert uns Wolfgang Trommer zu einer Wanderung entlang der Elster von der Quelle bis zur Mündung und macht auf die Schönheit der Landschaft aufmerksam.

Insgesamt Entdeckungen, auf die die Region stolz sein kann. Es zeigt sich, dass die Geschichte Mitteldeutschlands ohne die regionalgeschichtlichen Farbtupfer um einiges ärmer wäre und dass von der ländlichen Region geschichtsträchtige Anregungen in die Zentren Deutschlands getragen wurden. Zugleich gingen und gehen auch nachhaltige wirtschaftliche Impulse von der Region aus, ob Elsterfloßgraben, Saale-Elster-Kanal, Elstertalbrücke oder vom Flughafen Schkeuditz. Die Region ist zukunftsfähig und sollte Impulse zur Gestaltung nutzen. Selbst der Traum „von der Elster zur Alster“ wird einst Wirklichkeit werden, natürlich im Einklang mit der Natur.

Der kulturelle Reichtum der Region ist ebenso bewundernswert wie der Reichtum der Natur, die es zu schützen, aber auch touristisch zu erschließen gilt. Konnte einst noch Kardinal Albrecht seine Mitra mit Perlen aus der Elster schmücken, so werden heute wieder Flussperlmuscheln in der Elster beheimatet. Es bleibt weiteren Erkundungen vorbehalten, Geheimnisse und Schätze der Liebenau zu lüften und der Region die Heimat liebens- und erlebniswert zu machen.

 

Mein Dank gilt allen, die sich uneigennützig an der Realisierung des Buchprojektes beteiligt haben. Prof. Dr. Hans-Joachim Kertscher redigierte wie der Herausgeber umsichtig die Texte. Ilja Bakkal fotografierte im Auftrag des AKD. Einige Fotos sind von Günter Merkel. Außerdem danke ich Günter Merkel für seinen Einsatz bei der Erstellung und dem Vertrieb des Buches.

Lutz Grumbach und Christophe Hahn gestalteten den Band und nahmen sich geduldig der vielen Änderungswünsche und Ergänzungen der Autoren an. Die Realisierung des 3. Bandes besorgte Christophe Hahn. Ihm danke ich für seine zuverlässige Partnerschaft und solide Arbeit.

An der Finanzierung des Bandes beteiligte sich die Saalesparkasse, die Friedrich-Vorwerkstiftung, die Abfallwirtschaft Halle-Lochau GmbH, die Firma „trinseo“ Schkopau, die Knauf-Gips KG Lochau, die C.A.R.E.- Biogas GmbH Schkopau, die Gemeinde Schkopau, die Stadt Leuna, die Baugruppe Köhler Halle, die Kanzlei Köning und Partner Halle, die Firma Horn-Verkehrstechnik-Halle, die Firma Engelmann Zöschen, die Firma Welz-Bau Osmünde, Dr. R. Schobeß Halle sowie Frau Dr. Walter und Herr Wilts Halle. Ihnen allen ein herzliches Dankeschön. Auch unserem Vereinsgründer und Ehrenpräsidenten Wilfried Klose ein herzliches Dankeschön. Er gewann Sponsoren und unterstützte den Verein bei der Realisierung des Projektes.

 

 

Aber auch mit Band 3 ist kein Ende des Aue-Projektes abzusehen. Spätestens bei dieser Arbeit, beim Sammeln und Sichten der Beiträge zu Geschichte und Gegenwart wurde deutlich, dass ein Entwicklungskonzept der Region fehlt. Prognosen besagen, dass die Versalzung der Aue mit ihren Seen einmal Ausmaße annehmen wird, die das Leben in der Aue gefährden. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Ein Abpumpen des Salzwassers wird nicht möglich sein. Möglich scheint hingegen, dass mit dem Bau des Saale-Elster-Kanales die Zu- und Abführung des Salzwassers möglich wäre. Wesentlich wäre außerdem die Erarbeitung einer Geschichte zur Naturlandschaftsentwicklung der Aue. Der geologischen Erkundung von K. Schuberth sollte eine exakte Erfassung der hydrologischen Veränderungen durch die Jahrhunderte folgen, damit Fehlentwicklungen sichtbar gemacht und weitere vermieden werden können. Ziel sollte sein, die Aue als natürlichen, sensiblen und schützenswerten Raum zu erhalten, zu entwickeln und wiederherzustellen. Auch wenn hier keine Lösung angeboten werden kann, so sollte doch das Interesse der Leser geweckt, ihre Aufmerksamkeit gelenkt und sie animiert werden, mit wachem Blick und Engagement am Leben in der Aue teilzunehmen.

Wie vorläufig unsere Sicht der Dinge ist wird z. B. am Bornhöck deutlich. 2009 setzte der AKD ein Denkmal an die historische Kult-, Begräbnis- und Gerichtsstätte. Prof. Dr. H. Lück hielt die Festrede. 2012 folgte eine historische Aufarbeitung der Steinzeitkultstätte und deren Würdigung als Grabstätte von Chr. Forberg (Band 2). 2015 wurden erste Ausgrabungen von T. Schunke vorgenommen. Landesarchivar Prof. Dr. H. Meller vermutet, dass der Bornhöck ein herausragendes Fürstengrab ist.

Der mitteldeutsche Raum ist also ein kulturhistorisch hochinteressanter Raum, der mehr als nur regionale Aufmerksamkeit verdient. Christoph Dieckmann spricht von einem „verfestigten Manko“, der „Provinzialisierung des Ostens“. Regionalgeschichtliche Lehrstühle wurden abgeschafft.

Die Schaffung von Leuchttürmen, wie sie die Entwicklung eines

Landes braucht, ist nicht absehbar. Eine stärkere Beteiligung der Regionalwirtschaft an regionalen Projekten bleibt wünschenswert.

Mögen unsere Bemühungen mit dazu beitragen, den Aue-Raum zu schützen und den Menschen in der Aue ein lebenswertes Leben zu sichern.

 

 

Dr. Johannes Stadermann

Vorsitzender des Arbeitskreises Döllnitz e. V.

Döllnitz, im Februar 2016

 

 


Au(g)enblicke Band 2 - Vorwort

 

Der AKD setzt im 10. Jahr seines Bestehens die Streifzüge durch die Region mit der Herausgabe des 2. Bandes der „Au(g)enblicke“ fort. Wie bisher werden die Themen in lockerer Folge den Schwerpunkten zugeordnet. Fünf bereits bekannte und 25 erstmals an diesem Werk beteiligte Autoren beleuchten das Territorium in einer Vielzahl von aktuellen und historischen Bezügen. Diese Streiflichter, Auen- bzw. Augenblicke, erhellen das wachsende und sich immer dichter fügende Mosaik vielgestaltiger Einzelteile einer Geschichte der Liebenau. Inmitten zunehmender Globalisierung der Welt und unseres Lebens gewinnt auch die Region mehr und mehr an Bedeutung, der Einzelne als Teil eines Ganzen, territoriale bzw. regionale Besonderheiten bilden einen Gegenpol und finden zunehmend öffentliches Interesse. Je nach Reichtum und Nutzung des Identifikationspotentials einer Region, je nach Akzeptanz und Leben mit diesen Werten können sich Zugehörigkeit zu einer Region sowie Achtung und Liebe zu ihr entwickeln. Den regionalen Reichtum für das Gebiet der Liebenau zu bewahren, zu nutzen und zu mehren ist das Anliegen des Buchprojektes.

 

Im 1. Kapitel Zur Landschaft als Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum“ wird der Lebensraum Aue dargestellt: der Lauf der Luppe wird erstmals erkundet, am Beispiel des Auwaldes von Burgliebenau wird dessen Bedeutung im Naturkreislauf umfassend verständlich gemacht, witterungsgeschichtliche Anmerkungen ergänzen das Kapitel. Im Naturraum Aue werden vorerst Weichtiere und ausgewählte Heilpflanzen (Teil 1) vorgestellt. Weitere Ausführungen zur Flora und Fauna sind in Vorbereitung. Einem Beitrag zur aktuellen Jagdkultur in der Region folgt die Dokumentation einer historischen Jagdfehde in Dieskauer Revier. Die wirtschaftliche Nutzung der Aue wird im Aufsatz zum frühen Braunkohlenbergbau um Döllnitz ausführlich behandelt. Damit verbunden ist der Beitrag zur Leunaer Kohlebahn, einem Baustein zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region.

Im Kapitel Orte und Geschichte“ werden zunächst Ortsnamen des Zielgebietes nach ihrer Herkunft untersucht, sodann frühbronzezeitliche Schätze um Dieskau und ausführlich neueste Forschungsergebnisse zu den slawischen Ring- und Burgwallanlagen in der Saale-Elster- und Elster-Luppe-Aue vorgestellt. Mit Denkmalen zur Rechtsgeschichte wird der Blick auf mittelalterliches Recht in der Region gerichtet. Einblick in eine sorbische Burganlage gewährt der Aufsatz zur „Schulpfütze“ in Tragarth. Zur Baugeschichte des Schlosses in Burgliebenau werden erstmals Untersuchungen vorgenommen. Neu ist die historische Sicht auf die Schlacht um die deutsche Einheit um 933, in der Heinrich I. erfolgreich die Hunnen aus deutschen Landen vertrieb. Ebenso aufschlussreich sind die Ausführungen zur Kultstätte „Bornhöck“. Mit Dokumenten zur Regionalgeschichte des Kapp-Putsches werden Bezüge zur Neuzeit hergestellt. Sie werden ergänzt durch einen erlebnisreichen Bericht zu den Märzunruhen 1921 in Mitteldeutschland. Ein historischer Abriss zum Pilgern auf dem Jacobsweg durch die Liebenau beschließt das 2. Kapitel.

Mit der Abbildung einer schönen Auenlandschaft im Frühling von Carl Gustav Carus aus der Galerie „Neue Meister“ (Dresden) wird das 3. Kapitel eingeleitet. Der Künstler, Arzt und Philosoph war Zeit seines Lebens von dieser Landschaft seiner Jugend beeindruckt. Der Beitrag zur Horburger Madonna würdigt einen Kunstschatz von europäischem Rang. Auf ein Ereignis, in dessen Zentrum die Broihanschenke steht, verweist ein Text, der 1939 veröffentlicht werden sollte, aber dem Autor Konzentrationslager hätte einbringen können. Er wird hier erstmals postum veröffentlicht. Ausführungen zur Vervollkommnung des Landschaftsparkes Dieskau mit seiner Apollo-Statue und zur Geschichte der „Organola“ in der Kirche zu Dieskau folgen. Nach einer Würdigung des Malers, Grafikers, Keramikers und Restaurators Hans Rothe, einem „Urgestein“ der Aue, zum 80. Geburtstag wird er selbst in einem Interview vorgestellt. Ein Aufsatz zur Spergauer Lichtmess beschließt den Inhalt des 2. Bandes.

Dank der uneigennützigen Arbeit und Hilfe aller, die sich an der Herausgabe beteiligt haben, kann auch dieser Band Lücken im Gedächtnis der Region schließen helfen. Ihnen gilt unser aller Dank. Im Besonderen danke ich der einvernehmlichen Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Hans-Joachim Kertscher, Frau Dr. Margarete und Herrn Dr. Volker Wein sowie Herrn Günter Merkel. Bereichert wurde die Ausgabe durch die Bereitstellung künstlerischer Arbeiten von Hans Rothe und Semjon Prosuak. Den Umschlag des Buches gestaltete Herr Ilja Bakkal, der zudem alle fotografischen Auftragsarbeiten des AKD übernahm. Für Gestaltung, Druck und Einband danken wir Herrn Christophe Hahn und Herrn Martin Paul vom „Druckwerk“ Halle. Finanziell getragen wurde das Buchprojekt von Zuwendungen des Landkreises, der Gemeinde Schkopau, dem Mitteldeutschen Kulturrat, außerdem von Spenden, für deren Beschaffung wir vor allem Herrn Wilfried Klose danken: Spenden von der Abfallwirtschaft Halle-Lochau, den Stadtwerken Halle, der Strabag AG Halle, der Sächsischen Umweltschutz Consulting Schkopau. Weiter danken wir der Saalesparkasse, der Knauf Gips KG Lochau, dem Flughafen Leipzig-Halle, der MITGAS GmbH, der Gruppe Horn- Verkehrstechnik-Halle, der Handwerkskammer Halle, Herrn Thomas Schubert vom Gut Döllnitz, Herrn Christian Forberg, Raßnitz. Aus der Gemeinde Kabelsketal danken wir: Frau Christine Wendt, Herrn Bernd Welz, Herrn Thomas Helke, Herrn Volker Weiske und Herrn Bernd Wahren. Weiter danken wir Frau Dr. Irmgard Richter, Halle, Herrn Dr. Rolf Schobess, Halle und Herrn Stefan Reichensperger, Apotheke im HEP. Dank unseren Vertriebspartnern können wir den Band zum Selbstkostenpreis abgeben.

 

Nachzutragen ist eine Korrektur zu Band 1. Bedauerlicherweise ist der Aufsatz „Das Kultur-Gut Ermlitz“ (S. 227–241) einem falschen Autor zugeordnet worden. Gerd-Heinrich Apel hat diesen unter seinem Namen einrücken lassen, dabei jedoch versäumt, den Namen seiner tatsächlichen Autorin zu erwähnen. Es handelt sich um die Kunsthistorikerin Anja Schmid. Der Herausgeber bittet die Autorin und die Leser, dieses Versehen als solches zur Kenntnis zu nehmen und zu entschuldigen.

Es liegt noch ein großes Stück des Weges vor uns, um das Thema Leben in der Aue um Saale, Elster und Luppe einst und heute abzurunden und das Erinnerungsvermögen der Bewohner wach zu halten.


Beobachtungen in der lieblichen Aue
Band 2 der Au(g)enblicke erschienen

Der rührigen Tätigkeit des Döllnitzer Germanisten Dr. Johannes Stadermann ist es zu verdanken, dass nunmehr der zweite Band der Au(g)enblicke. Streifzüge durch die Elster-Luppe- und Saale-Elster-Aue präsentiert werden konnte. Stellvertretend für den umtriebigen Förderer des Unternehmens, Wilfried Klose, nahm Frau Doreen Neumann von der Abfallwirtschaft GmbH Halle-Lochau den stattlichen Band entgegen. Auf mehr als 350 Seiten kann sich der Leser ein Bild machen von einer Landschaft, die in den letzten Jahrhunderten gewaltige Veränderungen erfahren musste. Braunkohlenabbau und damit verbundene Haldenaufschüttungen, Flussregulierungen, Industrieansiedlungen, Verkehrsanbindungen, um nur einige besonders gravierende Beispiele zu nennen, verwandelten eine einstmals liebliche Auenlandschaft in ein scheinbar uninteressantes, belangloses Industrieareal. Doch der Schein trügt: Es lassen sich immer noch zwischen den Aufschüttungen, in den Flusswindungen, in den dörflichen Strukturen bemerkenswerte Zeugnisse einer einstmals unverwechselbaren Region finden. Das können Pflanzen und Tiere sein, bauliche Hinterlassenschaften, Schriftstücke, traditionelle Feste und Gebräuche. Aber auch die Industrie hat nicht nur geschundene Landschaften hinterlassen, sondern auch Denkmäler menschlichen Fleißes gesetzt, die es zu beachten gilt. Menschen in unserer Region haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Hinterlassenschaften zu erkunden, sie zu pflegen, die Aufmerksamkeit auf sie zu lenken.

Hans Rothe gehört zu ihnen, der in Döllnitz geborene und seit vielen Jahren in Burgliebenau lebende Maler, Keramiker und Restaurator. Ihn hat wie kaum einen anderen lebenden Künstler die Aue geprägt und er hat durch sein künstlerisches Wirken manchem den Blick geschärft für deren Schönheiten. Einige Facetten dieses Schaffens werden in dem neuen Band vorgestellt.

Darüber hinaus erfährt der Leser Interessantes aus der Geschichte des Landstriches. Das reicht von der Schlacht bei Riade im Jahr 939 bis zu den mitteldeutschen Märzunruhen des Jahres 1921. Ortsnamen und deren Geschichte werden erkundet, Flussregulierungen anhand der Luppe ebenso vorgestellt wie die Entwicklung des Auenwaldes vom 16. bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts. Zeugen ehemals slawischer Besiedlung und Stätten gerichtlichen Wirkens verweisen auf die Bewohner der Region und ihre Lebensweise. Insgesamt sind es 30 Autoren, die ihre Forschungsarbeiten in lesenswerten Beiträgen hier vorstellen.
Der bei der Präsentation angekündigte Band 3 darf mit Spannung erwartet werden.
Zum Preis von 20 Euro kann das Buch erworben werden

Prof.Dr. Hans-Joachim Kertscher

www.akd-doellnitz.de


 
 
 


                                                                                                                                                                                                                                             Mai 2016